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Fragebogen der Cyberversicherung: Was der Versicherer wirklich wissen will

Die zehn Fragen, die in jedem Antrag auf Cyberversicherung stehen, warum falsche Haken den Schutz kosten und wie Sie die Antworten belegen.

Von René Eck, Geschäftsführer ITSB Deutschland · 30.09.2026

Warum der Fragebogen mehr ist als Formalität

Der Antrag auf eine Cyberversicherung ist eine Risikoerklärung. Wer „Ja, wir haben MFA überall“ ankreuzt und im Schadenfall stellt sich heraus, dass der VPN-Zugang ohne zweiten Faktor lief, riskiert die Leistung. Versicherer prüfen nach einem Vorfall sehr genau, ob die Angaben stimmten. Deshalb lohnt es sich, jede Antwort belegen zu können.

Die zehn Fragen, die immer kommen

  1. Multi-Faktor-Authentifizierung für E-Mail, Fernzugänge und Administratorkonten. Beleg: MFA-Richtlinie und Stichprobe der Administratorkonten; mit der Microsoft-365-Anbindung künftig die MFA-Quote direkt im Cockpit.
  2. Backups: Wie oft, wo, getrennt vom Netz, wann zuletzt getestet? Beleg: Rückspieltest mit Datum im Business-Continuity-Modul.
  3. Patch-Management: Fristen für kritische Updates. Beleg: Richtlinie mit Freigabe, Befunde aus dem Schwachstellen-Scan.
  4. Endpoint-Schutz auf allen Geräten. Beleg: Kennzahlen aus Sophos, Bitdefender, CrowdStrike oder SentinelOne per Anbindung.
  5. E-Mail-Sicherheit: Spamfilter, SPF, DKIM, DMARC. Beleg: Scan-Ergebnis zur Domain.
  6. Awareness-Schulungen für alle Mitarbeitenden. Beleg: Abschlüsse im Awareness-Modul.
  7. Notfallplan und Vorfallreaktion. Beleg: Notfallhandbuch mit Freigabedatum.
  8. Zugriffsrechte: Wer ist Administrator, wie werden Rechte entzogen? Beleg: Berechtigungskonzept, Asset-Register.
  9. Verschlüsselung von Laptops und Datenträgern. Beleg: Intune-Kennzahlen, Richtlinie.
  10. Frühere Vorfälle und deren Aufarbeitung. Beleg: Vorfallregister mit Maßnahmen.

So füllen Sie ihn in einer Stunde aus

Wer die Belege im Portal hat, exportiert sie als Anlage: Richtlinien-PDFs, Scan-Bericht, Awareness-Nachweis, Notfallhandbuch. Der Makler bekommt einen Ordner statt einer Liste mit Haken. Das verbessert in der Praxis die Prämie und beschleunigt die Annahme.

FAQ

Kurz beantwortet

Verliere ich den Schutz bei einer falschen Angabe?

Bei vorsätzlich oder grob fahrlässig falschen Angaben kann der Versicherer die Leistung kürzen oder verweigern. Deshalb sollte jede Antwort einen Beleg haben.

Welche Maßnahme senkt die Prämie am stärksten?

In fast allen Tarifen: MFA auf allen Fernzugängen und Administratorkonten, getrennte und getestete Backups, Endpoint-Schutz mit Erkennung und Reaktion.

Hilft ITSB-OS beim Ausfüllen?

Ja. Die Selbstchecks decken die typischen Fragen ab, und die Belege liegen als Export im Portal. Der Fragebogen wird aus dem Lagebild beantwortet, nicht aus dem Gedächtnis.

Prüfen statt vermuten

Der passende Selbstcheck zeigt in zehn Minuten, wo Ihr Unternehmen bei genau diesem Thema steht.